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Wenn einer eine Reise tut....
oder das Frühstücksabenteuer in Moskau
Endlich, nach langem hin und her war es soweit. Eine Reise ohne Gruppe, so richtig individuell, und so sollte es auch werden. Das Hotel Ukraina machte auf mich mächtigen Eindruck, als ich dort ankam, denn es ist eines dieser sieben imposanten Bauten, die unter Stalin im Zuckerbächerstil auf sieben Hügeln gebaut wurden und der Stadt ihr Bild geben (in Anlehnung an Rom). Also was kann besseres passieren als in diesem, auch von innen, beeindruckenden Gebäude zu wohnen und auch noch in der 27. Etage, gegenüber des weißen Hauses. Ich fühlte mich zu den privilegierten Menschen gehörig. Solange bis ich zum Frühstück kam. Im eindrucksvollen Restaurant war Kantinenbertieb angesagt, also Essenmarke abgeben, Tablett nehmen, Besteck fassen, Teller holen usw.. Wer aber nun denkt nun ginge es los am Buffet, hat sich schwer vertan. Ein karges Mahl lag da, so richtig einsam und wartete auf seine Esser. Das was geboten war ist erheiternd. Der Käse und die Wurst, die einer Person zustand, bedeckte noch nicht einmal ein Toastbrot, das es natürlich nicht gab. Weiter gab es Weißbrot und Schwarzbrot (oder abwechselnd) - ein Ei - oder ein Fleischpflanzerl - oder einen kleinen Pfannkuchen, Grießbrei, Krautsalat, dazu Kaffee oder Tee. Das ganze lief unter der Bezeichnung "schwedisches Frühstück". Und dies alle 20 Tage, die ich im Hotel war. Ich will ja nicht jammern, es wäre auch langweilig gewesen wenn es immer gleich gewesen wäre. Weit gefehlt, wenn man meint, Varianten waren nicht da. Wenn man ein Glas Orangensaft wollte, so es welchen gab, oder ein zweites Ei, oder eine zweite Tasse Kaffee, oder zusätzlich einen Pfannkuchen usw., das mußte extra bezahlt werden, was aber nicht heißen sollte, das die Preise jeden Tag gleich waren. Nun gehöre ich nicht zu den ausgiebigen Frühstücksfans, eher das Gegenteil, aber ich habe durchschnittlich 5 DM täglich dazu gebraucht um nicht ganz hungrig vom Tisch aufzustehen. Doch nicht genug der Varianten, so war auch die Kondensmilch zum Kaffee kostenpflichtig, am Tisch stand Wasser und Gläser oder auch nicht, mal wurde der Kupon fürs Frühstück am Ende der Schlange kassiert, mal am Anfang, mal gab es kein Salz, mal keine Eier, mal keine Servietten, mal keine großen Löffel, so aßen alle den Grießbrei mit den kleinen, mal gab´s Wasser und keine Gläser, mal nur Gläser. Obgleich meist acht Personen an Personal zur Verfügung standen. Lustig wurde das Spiel, daß man die Stationen zum Essen fassen täglich anders angeordnet hat, der Parcour wurde immer neu gesteckt. Aber z.B. als ich mal eine zweite Mokka Tasse Kaffe holen wollte und zum Tisch zurück kam (man stellt sich ja an) war das Frühstück bereits abgeräumt, also bin ich ab diesem Zeitpunkt ewig mit dem Tablett durch die Gegend gesaust und nicht nur ich. Und noch einmal war ich ganz verwirrt, denn die Eier waren immer hartgekocht (Ostereier sind weich), ich schlug sie auf und schälte sie, sofern man von schlecht abgeschreckten Eiern von schälen reden kann. Da sich ja nichts änderte, haben sie mich trotzdem reingelegt und einmal ganz weiche Eier gehabt und ich die Bescherung auf dem Tisch. Aber die Steigerung war dann als es statt des Orangensaftes, den man sonst kaufen konnte, Wodka und Bier zum Frühstück - natürlich gegen Bezahlung - gab. Und das in einem Hotel, deren Preise denen guten Hotels in Augsburg nicht nachstehen, immerhin 120 DM pro Nacht.
Und da sage einer man erlebt in Moskau nichts.
Moskau Teil 2:
Nicht nur touristisches ist mir begegnet, nein auch der Blick auf das Leben und die Gedanken der Menschen sind mir eröffnet worden. Galina hat mir gezeigt, daß auch in Zeiten die für die Menschen schwierig sind, Lebensqualität entwickelbar ist. In einem ausgedehnten Spaziergang durch einen naturbelassenen Park haben wir tiefsinnige Gespräche geführt. Was dabei herausgekommen ist sollen die folgenden Zeilen zeigen und auch das wiedergeben, was Galina denkt und dazu schreibt.
Im Park sagt sie, daß dort immer Leute zu treffen sind, die egal bei welcher Temperatur im See baden. Zum aktuellen Zeitpunkt war es minus 2 Grad und der See gefroren. Galina fragte mich ob ich denn eine viertel Stunde Zeit habe. Ich sagte natürlich, denn ich habe Urlaub. Sie ging in eine Hütte und kam im Badeanzug wieder und ging ins Wasser. Da viele Leute dies ihr gleich tun, hatte man ein Stück vom Eis befreit, so daß man unbeschadet ins Wasser gehen konnte. Sie schwamm dort ca. 3 Minuten und tauchte unter. Danach machte sie noch Gymnastik. Nach diesem Intermezzo gingen wir weiter durch den Park, sie mit nassen Haaren und ich erstaunt, denn noch mehrere Leute gingen nach ihr zum Baden. Ich fragte ob sie denn keine Angst hätte mit ihren nassen Haaren krank zu werden. Sie sagte nein, denn wenn man diese Art der Gesunderhaltung ernst nimmt, kann man nicht krank werden. Sie trug noch nicht einmal eine Mütze. Dies war der Beginn einer langen Unterhaltung über die Lehre des Parfiri Kornejwitsch Iwanov. Das alles hat mich doch sehr beeindruckt und ich sagte sie solle doch einige dieser Gedanken aufschreiben und dann wird man sehen ob man diese Ideen weiterverbreiten kann.
So ist es nun auch gewesen und im folgenden Teil wird der Orginalton von Galina Uljaschkina zu lesen sein. Betrachtungen aus Sicht einer russichen Bürgerin über ihr Land und die Verbindung zu der Lehre des Parfiri Kornejwitsch Iwanov (P.K. Iwanov) von Galina Uljaschkina (Dolmetscherin für Deutsch und Englisch). Die Weltpresse widmet den Ereignissen in der ehemalige Sovietunion große Aufmerksamkeit . Das sind in der Regel zur Zeit keine fröhlichen oder optimistischen Mitteilungen. Der Spiegel Nr. 11 vom 13.3.95 schreibt von der russischen Mafia und im Spiegel vom 20.3.95 wird ein Foto, auf dem ein Alkoholkranker in Moskau zu sehen ist, veröffentlicht. So ist die Wirklichkeit und sie ist meist grausam. Aber nicht nur das prägt das Antlitz unseres Landes, sondern andere Ereignisse und Menschen bestimmen die Zukunft unseres Staates. Und wer weiß, vielleicht der ganzen Welt. Das sind die Nachfolger des Gesundheitssystems von W.K.Iwanov und seiner Lehre über die Evolution der Menschen. Dessen Lehre soll nun etwas verdeutlicht werden. Die Gesundheit der Leute ist primär, meinen sie (die Nachfolger des P.K.Iwanov), die Politik und Wirtschaft sind sekundär. Alles bestimmen Leute und die Gesundheit spielt dabei die wichtigste Rolle. Kranke Politiker werden eine Politik des Krieges führen, dumme Wirtschaftler werden schlecht wirtschaften, müde Arbeiter schlechte Waren produzieren. Um die neue Evolutionstheorie zu verstehen, muß man einen bestimmten Grad der Gesundheit haben.
Dazu einige geschichtliche Hintergründe. Unser Land ist ein besonderes Land und das ist geschichtlich zu erklären. Denn manche Ausländer klagen, daß sie oft die Mentalität der Sovietbürger nicht verstehen. 1917 hat man einen Arbeiter- und Bauern-Staat gegründet, anders gesagt, einen Staat von armen kleinen Leuten. Und Arm bedeutet oft "nicht konkurrenzfähig". Das machte die Leute neidisch, das ärgert sie. 1917 bekamen alle Leute die gleichen Rechte, das Recht auf Arbeit und auf gleiches Gehalt, unabhängig davon, wo und was man arbeitet. Ein Recht auf Studium und ein Recht auf Erholung. Man brauchte keinen zu beneiden und zu hassen, oder Angst vor jemanden zu haben. Alle waren gleich arm oder reich wie immer man das betrachten mag. Schwer zu glauben, aber das machte die Leute glücklich. Zum ersten Mal bekamen die armen Leute Privilegien aller Art. Viele folgten dem Aufruf Lenins, "jede Köchin muß lernen und studieren um den Staat regieren zu können". Im Parteiprogramm stand die wichtige Aufgabe, die junge Generation zu harmonisch entwickelten Menschen zu erziehen. So herrschte damals ein großer Enthusiasmus. Es entstanden zwischen den Leuten gute, fast brüderliche Beziehungen. Alle waren freundlich und hilfsbereit, außer den Leuten, die ihre Reichtümer verloren hatten und die um Macht und Reichtum weiterkämpften. Viele Leute begannen ein neues Leben, sie wandelten sich. Sie überwanden ihre Schwächen und Nachteile, sie lernten, studierten, wurden zu Gelehrten und Kosmonauten. Sie schufen selbst ein Raumschiff. Die Überzeugung der Massen, daß ein Mensch sich selbst überwinden kann, daß er sich qualitativ ändern kann, war die größte Errungenschaft der Revolution. Alles andere war nebensächlich. Leute des "neuen Typus", so wurden sie genannt, schätzen die Achtung ihrer Landsleute höher ein, als Geld und hohe Posten. Sie schufen neue Wissenschaftszweige und die schönsten U-Bahnstationen der Welt, die ersten Raumschiffe und die in der ganzen Welt berühmten Ballettaufführungen im Bolschoi Theater. Diese Menschen entwickelten sich geistig und fühlten sich für die ganze Welt verantwortlich. Mit ihrem Vorbild bewegten sie Millionen zum Handeln. Sie wollten nützlich sein und den anderen Menschen, die noch nicht an ihre Kräfte glaubten, helfen. Das Motto diese neuen Menschen war "die Möglichkeiten des Menschen sind unbegrenzt"; der Mensch braucht nur die nötigen Kenntnisse und einen starken Willen, um diese Möglichkeiten zu nutzen. Dank dieser Leute wurde unser Land weltberühmt und es lebt und wird weiterleben. Sie bestimmen die sovietische Mentalität. Denn Rußland war immer reich an starken Charakteren und seit 1917 wurde dies zu einer Massenbewegung. So war P.K. Iwanov ein Naturwissenschaftler, Praktiker und Begründer der Menschheitsevolutionslehre. Nur die nachfolgenden Generationen werden seine Verdienste im vollen Maße einschätzen können.
Die Tragödie der Gesellschaft.
Es gab auch negative Erscheinungen in der sozialistischen Gesellschaft. Viele Leute verfielen in der Situation, wo man alles bekommen konnte, ohne sich dafür anzustrengen, d. h. sie wurden fauler , habgieriger und ärgerlicher. Arm zu sein war ein Privileg, nicht arm zu sein war eine Begrenzung der Möglichkeiten, nur wer arm war erhielt alles kostenlos. So teilte sich die Gesellschaft von Anfang an. Einige gingen den schweren Weg der Selbstveränderung und hatten die schönsten Eindrücke aus dieser Zeit. Die anderen gingen den gewöhnlichen Weg des Verfalls und die überwiegende Mehrheit war die der Schwankenden. Sie wünschten sich ein schönes und leichtes Leben auf Kosten der ganzen Welt, die ja auch Hilfe gewährte. Es wurden bestimmte politsche Kreise und Persönlichkeiten unterstützt, die der Welt Besserung versprachen. Heute sind die Menschen enttäuscht und fangen an ihre Fehler zu begreifen, daß es kein Wohlergehen ohne Arbeit geben kann. Sie wählten wieder den schweren Weg der Wiedergeburt. Aber das fordert Mut, Mühe und große Lebenskräfte.
Was ist dagegen zu tun.
Dabei helfen diesen Leuten die Nachfolger von P.K. Iwanov, dessen praktisches Gesundheitssystem im Volk inzwischen populär ist und auch seit 1982 von der Wirtschaft und Politik unterstützt wird. Sie helfen den Leuten seine Evolutionstheorie zu verstehen. Sie reisen viel durch das Land, besuchen weit entfernte Regionen und führen Gespräche mit den Leuten, machen Konferenzen, führen Filme über das Leben des P.K. Iwanov vor, machen Fernseh- und Radiosendungen und rufen alle Menschen auf, selbst für ihre Gesundheit etwas zu tun. Inzwischen haben Millionen Bürger angefangen dieser Lehre nachzugehen. Und die Massenbewegung wird immer breiter und stärker. Sie hat sich über die ganze ehemalige Sovietunion und die Länder der ehemaligen Staatengemeinschaft ausgebreitet (die Menschen haben dort eine ähnliche Mentalität). Heute vereinigt die Lehre von P.K. Iwanov die Länder der Unionsrepubliken mehr als Politik und Wirtschaft. Und sie ist berufen in der Zukunft alle Menschen der Welt zu vereinigen.
Die Lehre des P.K. Iwanov:
Dies ist keine Religionsphilosophie, denn ein von Atheisten geprägtes Land verträgt kaum eine Religion, sondern Technologien und Philosophien mit wissenschaftlichen Anspruch. Die ganze Welt sucht nach neuen Technologien und neuen Energiequellen. Die ökologische Mißwirtschaft bedroht die Menschheit. Die Umweltfachleute sind überzeugt, daß es momentan keine Lösung für die Bedrohung gibt. Technologien werden teuer verkauft und es gibt sich der Sovietbürger Mühe, diese Technologien zu beherrschen. Und wenn man das Gesundheitssystem als Technologie verstehen will, so hat P.K. Iwanov allen Menschen diese Technologie geschenkt. So soll in diesem Artikel den deutschen Bürgern Information über die Lehre gegeben werden. P.K. Iwanov entdeckte 1933 eine der Wissenschaft noch nicht bekannte Energieform in der Atmosphäre. Er nannte diesen Stoff "den Stickstoff des unsterblichen Charakters" (wörtliche Übersetzung). Er entdeckte auch die Möglichkeit der menschlichen Zellen diese Energie ohne den Umweg über den Magen zu verbrauchen. In der Technik bedeutet dies neue und effektivere Möglichkeiten der Energienutzung. Er hat seine Idee theoretisch begründet und praktisch bewiesen. Theorien über diese Hypothese gab es schon früher, das sind die Werke von Födorow und Wernadskij. Er hat den Traum der Menschen ohne Bedürfnisse zu leben realisiert. Er selbst brauchte kein Essen, keine Kleidung und kein Haus. Mann kann nur ahnen welche Lebenkräfte er aus der Natur gewonnen hat und keine Angst vor 30-40 Grad Kälte gehabt hat. Davon erzählen Millionen, die ihn nackt mit kurzen Hosen und barfuß bei beliebiger Kälte und Hitze im Laufe von 50 Jahren gesehen und erlebt haben. Die Hose trug er nur aus esthetischen Gründen. Er sagte den einfachen Leuten wenig über diese Gaben der Natur. Doch die Wissenschaft, Professoren und Gelehrte informierte er, doch diese verheimlichten Anfangs die Erkenntnisse, die sie gewonnen haben. So bleibt es der Nachwelt vorbehalten sich ein Urteil zu bilden. Er selbst sagte, daß alle Leute für ihn gleich sind und überzeugte durch seine Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft und auch durch sein Äußeres. So gewann er die Herzen der einfachen Leute, weil er das geschickt und geduldig machte und vor allem niemanden seine Lehre aufdrängen wollte.
Sein Äußeres erweckte Interesse und Neugier. Tausende die von ihm durch Energieübertragung der Natur geheilt wurden begannen seinem Gesundheitssystem zu folgen, bekamen ihre eigenen Erfahrungen und gaben die Information weiter. 1982 wurde der erste offizielle Artikel über ihn in der populären Zeitschrift "Ogonek" veröffentlicht. Seit dieser Zeit wurde er offiziell im Lande anerkannt. So sahen sich die Behörden veranlaßt sein System zu unterstützen, was sie auch heute noch tun. Grund dafür war seine immer größer werdende Popularität. Die Dokumente über die ärztlichen Untersuchungen seines Gesundheitszustandes, seines Körpers und seines Geistes sind bis heute unter Verschluß. Es wird die Zeit kommen, wo auch diese Dokumente veröffentlicht werden müssen. Die Lehre über die menschliche Evolution ist eine praktische Lehre. Zuerst folgt man den 12 praktischen Hinweisen für Anfänger (Siehe Anhang) ohne sich dabei viel zu überlegen. Denn erst später beginnen die Nachfolger des P.K. Iwanov sich mit dem Endziel der Lehre auseinander zu setzten. Es ist der Weg der praktischen Realisierung. Die Nachfolger versuchen Freundschaft mit der Natur zu schließen und alle Eigenschaften der Natur gleichermaßen zu lieben. Das scheint poetisch zu sein. Doch die Natur hat einen schnellen mächtigen Lebensrhythmus und oft stimmen diese Rhythmen nicht überein, weil der Mensch sich von der Natur isoliert. Dann stört die Natur den Lebensrhythmus des Menschen. Der Mensch wird krank. Der Mensch lebt von der Natur isoliert, weil er Eigenschaften wie Ärger, Habgier, Faulheit usw. bevorzugt. Er weiß zwar, daß derartige Gefühle nicht gut für die Gesundheit sind, aber er will sich nicht davon trennen, wie sie ihm lieb und teuer sind, oder weil er keine Kraft dazu hat. Deshalb ist der Mensch gezwungen sich vor der Natur zu schützen. Er baut ein Haus wie ein Raumschiff und trägt sein Kleid wie ein Kosmonaut und genießt naturfremde Lebensrhythmen. Als Lebensmittel gilt für ihn die, bei anderen gestohlene Energie. Um an diese Energie zu kommen muß der Mensch andere Menschen töten. Diese Form der Energie ermöglicht eine bestimmte und begrenzte Lebensmöglichkeit.
P.K. Iwanov versteht unter dem Begriff Gesundheit die Übereinstimmung der Rhythmen des Menschen mit denen der Natur. Er will eine Vereinigung mit der Natur, die Natur zu lieben und sich ihren Rhythmen anpassen. Je größer diese Übereinstimmung ist, je gesünder ist der Mensch. Das baden im kalten Wasser am Morgen und am Abend ist eine strenge Prüfung. Und wenn man aufrichtig seine schlechten Eigenschaften loswerden will, so nur wenn man der Natur näher kommt. So entstehen neue und zusätzliche Lebenkräfte. Versucht man nicht diesen Weg zu gehen, so ist das baden im kalten Wasser nur schädlich. Daraus ergibt sich, daß durch konsequente Annäherung an die Natur auch die Zellen der Menschen Veränderungen erfahren und somit in der Lage sind, aus der Atmosphäre Energie aufzunehmen. Dies ist langsamer, stufenweiser Prozeß. Er wird im Körper durch Empfindungen und Gefühlen fixiert. Es entsteht ein Zustand der Freude, einer innerlichen Ruhe und der Liebe zu allen und allem. Wenn der Mensch eine lange Zeit mit diesem Zustand lebt, so wird der Zustand von der Natur noch verstärkt. Doch leider verliert der Mensch diesen Zustand sehr leicht.
P.K. Iwanov sagt, daß der Mensch mit der Zeit die Gesundheit gewinnt und der Mensch länger leben wird und in letzter Konsequenz unsterblich sein wird. Der Spiegel schreibt in seiner Ausgabe 12 vom 20.3.95, daß die Naturkatastrophen sich häufen, daß der Klimawandel schon eingesetzt hat. P.K. Iwanov warnte schon damals die Leute davor. Er meinte, daß die Entfremdung des Menschen von der Natur ihm das Leben kosten wird und der Mensch nicht ohne Natur leben kann, aber die Natur ohne den Menschen. Um aber am Leben zu bleiben muß der Mensch mit Hilfe der Natur neue Eigenschaften gewinnen und entwickeln. Er sagte: " Ich schlage Ihnen das Leben vor, sterben können alle - man muß Leben lernen". Sicher habe die Menschen erhebliche Kenntnisse über die Zusammenhänge der Natur und das menschliche Wesen. Man muß aber diese Kenntnisse auch im Alltag verwenden. Denn es wird die Zeit kommen wo man überall und immer bewußt handeln muß. Das hat zur Folge, daß man Gefühle wie Angst, Ärger, Neid usw. überwinden muß. Es ist in der Kürze nicht möglich alle Aspekte der Evolutionstheorie aufzeigen aber in den 12 Hinweisen zum Gesundheitssystem, sind für Menschen die lernen wollen, Gedanken festgelegt, die der großen schöpferischen Arbeit für Körper, Geist, Verstand und Seele entspringen. Er nannte seine Lehre auch "Die Evolution des heiligen Geistes". Gleichzeitig warnte er die Leute aus seiner Lehre keine Religion zu machen, sonst sei sein Lebenswerk verloren gegangen. Denn das heutige Leben fordert von den Menschen keine schönen Theorien sondern praktische Lebenshilfe, die schon erprobt und bewiesen ist. Viele werden sagen, daß es unmöglich ist diese Stufe der Enthaltsamkeit zu erreichen,
P.K. Iwanov sagt: "Wenn ich das getan habe, dann ist es möglich. Und von sich selbst sagt er ich bin kein Mystiker, ich bin ein Praktiker.
12 Hinweise zum Gesundheitssystem des P.K. Iwanov
1. Bade dich zweimal am Tag in kaltem natürlichem Wasser, um sich wohl zu fühlen. Das kannst Du in einem See, in einem Fluß, in einer Badewanne, oder auch unter der Dusche tun. Das gewöhnliche Baden beende mit kaltem Wasser. 2. Vor oder nach dem Baden gehe in die freie Natur hinaus stelle Dich barfuß auf die Erde oder den Schnee, wenigstens für einige Minuten. Atme einige Male tief ein und bitte in Gedanken um Gesundheit für Dich und alle Menschen. ( Wenn es möglich ist, so verbinde das Baden mit dem Stehen auf der Erde und dem tiefen Atmen.) 3. Trinke keinen Alkohol und rauche nicht. 4. Esse und trinke an einem Tag in der Woche nichts. d.h. von Freitag 18 Uhr bis 12 Uhr am Sonntag. Dadurch stärkst Du Deine Selbstdiziplin und gewinnst Ruhe. Sollte es zu schwer sein so esse und trinke wenig, und dies wenigstens 24 Stunden. 5. Nach dem Fastentag gehe barfuß in die freie Natur und mache Deine Atemübungen. 6. Liebe die Natur. Wirf in der Natur nichts weg, und verrichte Deine Notdurft nicht in der Natur. Denke daran - es ist Deine Gesundheit. 7. Sage allen und überall " Guten Tag " und grüße besonders die alten Leute. Und wenn Du Gesundheit willst, so wünsche allen Gesundheit. 8. Helfe den Menschen wo immer es Dir möglich ist, besonders den kranken, armen, beleidigten und suchenden Menschen. Dies tue mit Freude. Empfinde das fremde Unglück mit Deinem Herz und mache es in Deiner Seele zu Deinem eigenen. Denn der Mensch dem Du geholfen hast wird zu Deinem Freund. Auf diese Weise trägst Du bei zum Frieden in der Welt. 9. Besiege in Dir die schlechten Eigenschaften wie Gier, die Faulheit, die Habsucht, die Angst, die Heuchelei, den Stolz auf dich selbst. Rede nicht schlecht über andere Menschen, nimm sie so wie sie sind. Glaube den Leuten und wenn jemand schlecht über andere spricht, nehme das nicht zu Herzen. 10. Befreie Dein Denken von Gedanken über Krankheiten, das Unwohlsein und den Tod. Das ist Dein Sieg. 11. Trenne das Denken nicht vom Handeln. Denn Wissen und denken ist wichtig, noch wichtiger ist das Wissen in Handeln umzusetzen. 12. Erzähle über dieses System, nehme am Meinungsaustausch über die Erfolge teil, aber prahle nicht über eigene Erfolge. Sei bescheiden!
Abschließendes:
Dieses Dokument liegt mir in Orginalschrift (in deutsch) von Galina Uljaschkina vor, weiter habe ich einige Druckschriften (in russisch) und Bilder aus dem Leben von P.K. Iwanov. Die Orginalschrift wurde redaktionell geringfügig verändert, da manche Formulierungen bei uns zu Mißverständnissen führen würden. So habe ich manchmal zeitgemäße Formulierungen gewählt ohne den Sinn zu verändern. Wir haben in einer Reihe von Spaziergängen über dieses ganze System geredet und ich glaube soviel Verständnis entwickelt zu haben, daß Sinnverfälschungen nicht vorliegen. (Willi Thurnwald.)
Weitere Moskauer Erlebnisse:
Auch dies gehört zu den wohl einmaligen Erlebnissen, denen man eigentlich nur dann begegnen kann, wenn man auf die Menschen zugeht und mit ihnen spricht, soweit das möglich ist.
Die Sänger im Park:
Auch dieser Tag war nicht besonders warm, so um zwei oder drei Grad unter Null. Wir gingen im Park spazieren und Galina fragte ob ich denn Interesse hätte, Sänger im Park zu sehen. Nun warum nicht. So gingen wir ein Stück des Weges und an einer Bank standen und saßen dicht gedrängt eine Reihe von Leuten unterschiedlichsten Alters. Einer hatte ein Akkorden dabei und die Leute sangen alte Lieder aus Rußland. Ein wahrhaft beeindruckender Chor. Aber ohne Dirigenten, wie ein eingespieltes Team. Es kamen welche und sangen mit, gingen dann wieder. Auch ich habe manche Melodie mitgesummt. Es ist eine eigenartige aber schöne Atmosphäre und wie Galina sagte spielt das Wetter für dieses Singen keine Rolle, sondern die Gemeinsamkeit. Auch könnten sie sich in Räumen treffen, doch der Park ist für sie ein Stück Heimat. Warum erzähle ich das eigentlich? Jeder würde sagen, das gibt's doch öfter mal, daß irgendwo irgendwelche Leute singen. Nein hier ist es etwas anderes, und ich hoffe ich habe verstanden worum es hier eigentlich geht. Man trifft sich zwanglos jeden Abend um fünf und singt. Dies ist ein Stück Wiedergewinnung der verlorenen Gemeinschaft und ein Stück Vergessen der Alltagssorgen, das diese Menschen dorthin treibt. Galina sagte mir, daß sie mich angekündigt hatte. Deswegen hatten sie sich auch die Mühe mit dem Akkordeon gemacht, das sie weit durch den Park tragen mußten. Ich wurde aktzeptiert und zwanglos wie alle durfte ich teilnehmen, ohne den Zwang zu spüren, man muß da bleiben. Als ich ging sangen sie einfach weiter und die Klänge ihrer doch recht guten Stimmen hörte ich noch weit. Aber am nächsten Abend, als ich dort wieder vorbeikam, sah und hörte ich sie wieder singen.
Wo findet man noch solch ein Zusammenleben?
Die Textilakademie:
Auch hier ergab sich etwas, was mich faszinierte.
Ich wurde gefragt ob es mir etwas ausmachen würde in einer Textilakademie, in einer Deutschklasse, über Deutschland gefragt zu werden und zu reden. Natürlich war das kein Problem. So fuhr ich mit der U-Bahn zum Karl Marx-Platz. Was nicht ganz so einfach war, da ich umsteigen mußte und mit den kyrillischen Schriftzeichen doch nicht so vertraut war. Aber ich hatte einen U-Bahn Plan und war guten Mutes. Wir treffen uns im Bahnhof am Spiegel, so war es ausgemacht. Nun dachte ich der Bahnhof habe als Besonderheit einen Spiegel. Dazu muß gesagt werden, daß alle alten Bahnhöfe wunderschön sind und sich völlig in ihrer Gestaltung voneinander unterscheiden. So dachte ich dieser Bahnhof wird wohl als Besonderheit einen besonderen Spiegel haben. Als ich ankam sah ich nur den großen Spiegel, der an jeder U-Bahn Station steht, der dem Fahrer die Möglichkeit gibt das Ein- und Aussteigen zu beobachten. Also ging ich nach oben und sondierte die Umgebung. Und siehe und staune es fand sich ein Denkmalähnliches Gebilde auf dem man Karl Marx erkennen konnte. Damit schien die Situation gerettet. Also es klappte alles, ich wurde abgeholt und wir gingen zur Akademie. Dort wurde ich erst durch das Gebäude geführt und auch von der Lehrerschaft und der Direktorin empfangen. Die Einrichtung machte Eindruck auf mich, da doch sehr viele Möglichkeiten für die Studenten auch Praxis zu machen vorhanden waren. In der Deutschklasse angekommen mußte ich das Präsidium übernehmen. Am Anfang war ich etwas durcheinander, was bei den vielen hübschen Studentinnen kein Wunder war. Als ich fragte, was sie über Deutschland wissen wollen, bot sich erst einmal die große Stille. Dann begann ich einfach ein wenig über Land und Leute zu erzählen und natürlich auch darüber, daß bei uns nicht Milch und Honig fließt. Langsam kamen die ersten Fragen, zu Familie und Auto, Tieren. Später wurden dann doch konkretere Fragen auch zum Textilbereich gestellt, die ich trotz meines etwas schlechten Kenntnisstandes beantworten konnte. Doch noch etwas hat mich aus der Bahn geworfen, als eine der Studentinnen fragte ob ich russisch spreche, das mußte ich wahrheitsgemäß mit nein beantworten, spontan sagte sie ich bringe Ihnen russisch bei, und ich ebenso spontan, das Angebot nehme ich an. Dabei blieb es leider auch. Dann folgte ein weiterer Rundgang durch die Praxisräume , Konferenzzimmer, Aula und Ruheräume, die alle gut ausgestattet waren. Und in einer Abteilung hatte man extra für mich eine Modenschau vorbereitet wo die Mädchen ihre selber entworfenen und selbst gefertigten Jahresarbeiten vorstellten. Ich war beeindruckt von der Eleganz, dem Geschmack und der Fertigkeit die diesen Produkten anhaftete. Es wäre bereichernd wenn dieses Können auch bei uns seinen Platz finden würde. Denn die Schule sucht auch Wege sich nach außen zu öffnen. Es war ein beeindruckender Tag, denn was sagt schon mehr aus, als die Feststellung, daß ich sieben Stunden nicht geraucht habe. Und wer mich kennt weiß was das für eine Leistung war, die nur durch das interessante Umfeld möglich war.
Märkte und Handel:
Jeder Moskauer ist Taxifahrer, jeder Moskauer ist auch Händler, jeder Moskauer ist hilfsbereit. Diese Aussagen kann ich nur bestätigen. Die freie Marktwirtschaft hat zumindest im kleinen Bereich Einzug gehalten. Man findet überall dort wo sich viele Menschen bewegen Kioske, Kleinhändler die ihre Waren auf dem Boden ausbreiten, bis zu meist Frauen, die oft nur zwei Schachteln Zigaretten anbieten. Überall findet man Händler, in Übergängen der U-Bahn, ganze Straßen werden zum Fachhandel z.B. Installation. Und am Moskwa-Ufer sind mobile Autowaschgruppen, die ihr Wasser mit Eimern aus der Moskwa holen. Handel und Wandel allenthalben. Doch für mich stellte sich das Einkaufen, als schier unlösbare Aufgabe. Denn Fremdsprachen wurden früher sehr wenig gepflegt, so ergibt sich meist ein Kommunkationsproblem. Vor allem in Läden wurde dies zu unüberwindlichen Hürde, denn dort mußte man erst an der Kasse bezahlen und natürlich sagen was man haben will, danach konnte man zu den jeweiligen Tresen gehen, den Bon dort abgeben und man erhielt die Ware. Was nun für mich, der gewohnt ist in Ländern dessen Sprache er nicht spricht mit Fingern auf das zu deuten, was man will, besonders schwer war, daß ich die Kassendamen nicht überzeugen konnte sich von ihren Platz zu erheben um meine Wünsche kund zu tun (Bayrisch, die kriegten den Arsch nicht hoch). So blieb mancher Kaufwunsch unerfüllbar, und wenn ich nicht Ludmilla meine Dolmetscherin zeitweise zu Verfügung gehabt hätte wäre ich versandet. Trotzdem, so man der Sprache mächtig war, man konnte alles kaufen was das Herz begehrt, von Technik bis zur Mode, alles was In ist. Im Kaufhaus GUM stellte ich zu meinem Befremden fest, daß viele Läden in deutscher Hand sind, so tauchen dort Namen wie Karstadt, Adler usw. auf. Das zeigt ein wenig, daß hier ein Prozeß abläuft der mit dem vergleichbar ist, der in der ehem. DDR abgelaufen ist. Nur noch West-Waren zählen beim Kaufpublikum, z.B. Papyrossi eine berühmte Zigarettenmarke der Russen ist so gut wie überhaupt nicht zu bekommen, dafür aber Marlborogh, HB, L&M, usw., ähnlich verhält es sich mit Lebensmitteln. Selbst beim Wodka muß man aufpassen, daß man ein russisches Produkt erwischt, denn die meisten angebotenen Produkte stammen aus Deutschland, Polen, der Tschechei. Da sich derzeit die Preise in den zig-tausendern bewegen hat man doch ein intensives Umrechnungsproblem, denn manche Preise sind in US $ ausgezeichnet oder in Tausend Rubel Beträgen angegeben. Bezahlen darf man aber nur in Rubel, im Taxi mit US-$ oder DM. Will man DM umtauschen braucht man bei den meisten Exchanges seinen Reisepaß, den man aber im Hotel abgeben mußte.
An der Organisation kann es nicht liegen, denn die haben keine.
Fahren in Moskau:
Von der Verkehrskonzeption ist Moskau eigentlich ein toll konstruierte Stadt. Mehrere Ringstraßen bis hin zum Autobahnring am Rande der Stadt verbinden im Kreisverkehr die Stadtbereiche und Magistralen (Hauptverkehrsstraßen), die zum Teil acht-spurig sind, laufen zum Zentrum. Dies macht eigentlich Laune und man hat das Gefühl, daß nichts unerreichbar ist. Das ist auch so, wenn nicht alle Straßen, zumindest in Zentrum ständig überfüllt wären. Auch dies könnte man noch verstehen, aber es ist nicht ungefährlich diese Straßen zu benutzen, denn man weiß nicht wie tief die Löcher sind, die sich plötzlich vor einem auftun. Kein Hinweisschild oder eine Absperrung warnen die Verkehrsteilnehmer. Man hat sich einfach daran gewöhnt. Als ich mit Michael durch die Stadt fuhr erklärte er mir, daß man die Straßen nicht für die Freunde sondern für die Feinde gebaut hat. Deswegen war auch der zweite Weltkrieg für die ordnungsliebenden Deutschen so erfolglos. Dennoch kann ich mir vorstellen, daß auch auf diese Art der Druck öffentliche Nahverkehrsmittel zu benutzen verstärkt wird. Und nun sind wir beim Thema dieser zwölf-Millionenstadt. Die Nahverkehrsmittel sind hervorragend ausgebaut, für uns natürlich manchmal etwas schwierig, da mit den kyrillischen Schriftzeichen die Probleme anfangen und geeignete Pläne schwer zu bekommen sind.
Für den Touristen ist das U-Bahnetz am übersichtlichsten.
Die Metro ist meiner Meinung nach, die schönste der Welt. Unterirdische Paläste von einer Schönheit, Zweckmäßigkeit und Sauberkeit wie nirgends in der Welt. Alle eineinhalb Minuten fährt dort eine U-Bahn und wenn man sich mal vertan hat, so fährt man auf der Ring-Linie halt noch mal um die Stadt, oder auch zurück, denn solange man nicht ans Tageslicht kommt kostet die Fahrt ca. 20 Pfennige.
Ein Traum mal da oder dort auszusteigen um diese wunderbaren Bahnhöfe zu sehen, die stellenweise sich in vier Bahnhöfe gliedern, von denen auch wieder jeder unterschiedlich gestaltet worden ist, ein Labyrinth aber gut gegliedert. Lediglich die Bahnhöfe, die in den letzten zehn Jahren gebaut wurden sind der Plattenbauweise sehr verwandt und zum Teil schon wieder so heruntergekommen sind, daß man sie eigentlich abreisen müßte. Auf den Magistralen und Hauptverkehrsstraßen fahren sogenannte Tralley-Busse (Oberleitungsbusse). Auch dort kostet die Fahrt nur 20 Pfennige. Diese und auch andere Buslinien haben Verbindung zur Metro. In den Außenbezirken der Stadt fahren auch Straßenbahnen, wo das U-Bahn-Netz noch fehlt.
Den Außenbezirk (Trabantenstädte) muß man sich so vorstellen, daß dort in Plattenbauweise Stadtviertel für ca. 250.000 Einwohner aus dem Boden gestampft wurden. Dennoch hat man die Infrastruktur nicht vergessen und Schulen, Kindergärten, Läden, Parks und Nahverkehr in außreichendem Maße vorgesehen. Leider haben diese Bereiche einen gravierenden Fehler, alle diese dort gebauten Wohnungen haben keinen Keller oder Dachboden und keine Garagen. So entstehen mit zunehmender Motorisierung überall wilde Garagenbauten aus Blech und verschandeln das Gesamtbild. Die schmalen Zufahrtsstraßen zu den zehn- und mehrstöckigen Wohnbauten sind hoffnungslos zugeparkt. Kfz-Diebstahl ist an der Tagesordnung und es hilft auch die eingebaute Alarmanlage nichts mehr, denn überall pfeift es und keiner nimmt mehr Notiz davon.
Doch noch ein Wort zur Fahrdiziplin der Autofahrer. Erstens hat der Autofahrer immer recht, so springen die Fußgänger wie die Hasen, wenn sie auch nur von Ferne einen Autofahrer sehen. Auf dreispurigen Straßen wird durchwegs vier- und fünfspurig gefahren und wenn es nicht reicht wird schon mal die Gegenfahrbahn mitbenutzt. Die weißen Markierungslinien haben nur Orientierungscharakter, man fährt am besten, wenn man der Linie nachfährt, sie also als Mittellinie für das Auto benutzt. Aber die Ampeln werden brav eingehalten, wie auch, wenn ein Polizist ein Auto herauswinkt und da wird sofort ausgestiegen, die Papiere gezeigt. Auch gibt es bei Verkehrsübertretungen keine Debatten mit der Polizei, man fügt sich in das Unvermeidliche.
Als Resümee kann man sagen am besten mit der U-Bahn unterwegs in der man nie das Gefühl hat bedroht zu sein. Näheres im Passus Metro.
Die Metro:
Ein Traum sind die alten Metrostationen, die zwischen den dreißger und sechziger Jahren gebaut wurden. Jede ein Denkmal, eine Kathedrale von beeinduckender architektonischer Schönheit. Der Mittelsaal dürfte so 15 Meter hoch uns 25 bis 30 Meter breit sein, geschmückt mit wunderschönen Leuchtern und Kunstwerken, einmal in Stuck, das andere Mal in plastischen Fresken oder wunderschöne Mosaikbilder. Beleuchtete Jugendstil-Fenster machen einen Bahnhof zum Treffpunkt der Liebespaare. Am Platz der Revolution zieren 80 Menschengroße Bronze-Statuen den Bahnhof, die Szenen aus der Revolution darstellen. Natürlich sind die Bildmotive aus der Kunstwelt des Arbeiter und Bauern Staates, aber nichts desto weniger sind es schöne und ästhetische Darstellungen. Die Seitenbereiche in denen dann die Bahnen fahren sind ähnlich schön gestaltet, mit unterschiedlichen Marmorsorten und auch dort kommen keine bedrückenden Gefühle auf, da auch diese Bereiche so ca. acht Meter hoch sind. Man muß sich das so vorstellen, daß drei halbrunde ca. 100 m lange Gänge nebeneinanderliegen, wobei der mittlere die Haupthalle der Treffpunkt ist und überall der Eindruck der Großzügigkeit entsteht. Auch hat man das Gefühl, daß die Menschen diese Schönheit akzeptieren und nicht ihren Unrat dort lassen, sondern beschaulich auf den überall schön angeordneten Bänken sitzen und die Atmosphäre genießen. Lediglich die Bahnhöfe aus den 50er und 60er Jahren ähneln der Plattenbauweise uns scheinen schon am verfallen zu sein. Sie drängeln nicht beim Ein- und Aussteigen, sondern stellen sich links und rechts der Türen auf und lassen einander vorbei. Wenn jemand Gepäck hat ist man hilfsbereit. Viele lesen Bücher in der Bahn, denn hier fühlen sie sich ungestört. Auch habe ich mir immer die Station an der ich aussteigen wollte in kyrillisch aufschreiben lassen und mit diesem Zettel bin ich dann zu irgend jemanden gegangen, der mir dann wenn die Station kam, auf die Schulter klopfte und mir deutlich machte wir sind da. Auch der Plan der U-Bahn, ähnlich dem in London mit farbigen Linien ist nicht sehr problematisch. Dennoch so einfach wie in London ist es nicht, die Farben, sind bis auf die Umsteigehinweise welche der nächsten Stationen Umsteigen ermöglicht, nicht vorhanden. Aber mit ein bißchen Übung kommt man ganz gut zurecht, also sogar ich habe das System nach drei Tagen begriffen. Was aber nicht hinderte, daß ich am Bahnhof Arbatskaja den Ausgang erst nach gut einer halben Stunde fand. Denn ich bin einfach der Meute hinterher gelaufen und befand mich dann wieder in einem anderen Bahnhof. Das kommt vom Herdentrieb, aber wenn dort drei Umsteigebahnhöfe sind, kann es schon sein, daß man mit der falschen Herde geht. Als ich dann am Ende einer Rolltreppe den bekannten Blumenladen sah, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, denn es war ja schon ziemlich spät. Und auch am Bahnhof Kievskaja bin ich jedesmal bei einem anderen Ausgang herausgekommen. Man kann diese Kunstwerke genießen, man verliert eigentlich keine Zeit, denn normalerweise fährt spätestens alle zwei Minuten eine U-Bahn, am Abend wird der Takt wohl etwas langsamer, aber einen Fahrplan braucht man nicht. So kann ich, der schon mindestens in zwölf Großstädten dieser Welt U-Bahn gefahren ist, sagen, daß diese U-Bahn nicht nur die schönste, sondern auch die angenehmste der Welt ist.
Kunstwerke:
Viel will ich nicht erzählen, dennoch sollte man einige Worte verlieren über wohl einzigartige vielleicht auch etwas exotische Möglichkeiten Dinge zu sehen die man nicht überall sieht. Natürlich der Kreml und der rote Platz ist ein Muß, aber man sollte nicht versäumen, solange die Möglichkeit besteht, und das wird wohl nicht immer so sein, das Lenin-Mausoleum zu sehen. Früher ein Hort des Nationalstolzes, heute am liebsten wegradiert, zeugt es doch von einer fast 80jährigen politischen Ära. Daneben das Kaufhaus GUM, das fest in deutscher Hand ist , macht einen geradezu klassischen Eindruck durch seine architektonische Schönheit. Doch nicht vergessen sollte man die Schatz und Rüstkammer im Kreml in der sich Schätze von unvorstellbarem Wer befinden. Und der Kreml als solches ist beeindruckend durch seine Kirchen mit goldenen Kuppeln und hunderten von Ikonen im Innenbereich. Aber nun aufgepaßt, wer dort hinein will muß die Regularien kennen. Nicht da wo man denkt darf man hinein, nicht vom roten Platz, nein ein Seiteneingang ist der richtige. Doch wer denkt er wäre schon am Ziel, der muß erst Eintrittskarten kaufen, die aber gibt's wieder wo ganz anders, und wer dann denkt er habe schon welche täuscht sich, denn da wird unterschieden zwischen Touristen und Einheimischen, und diese Karten gibt es an verschiedenen Verkaufsstellen. Warum schreibe ich das, na ja der Sozialismus in seiner Behördenmanie schlägt halt immer noch durch. Sehen sollte man noch vieles, das Puschkin Museum mit vielen Werken europäischer Meister wie van Goch, Renoir, Manet, Rubens, Picasso usw., den Friedhof des Jungfrauenklosters in dem viele prominente Persönlichkeiten des russischen Volkes bestattet wurden. Kunstvolle Grabdenkmäler zieren die Gräber. Dort ist auch Chrustchew und einige Astronauten bestattet. Sehen sollte man auch das Mitiärmuseum um zu verstehen wie noch heute mit der Vergangenheit umgegangen wird. Man spricht von Heldentum, von Kulturgut das man gerettet hat aus der Hand der Aggressoren. Und überall begegnet man den Darstellungen der großen Heldentaten der Armee und die ganzen Kriegswerkzeuge sind dort ausgestellt, von der Pistole bis zum Flugzeug. Eine Ausstellung zum Krieg mit Deutschland die zu dieser Zeit dort integriert war, zeigte Exponate, von Uniformen über Waffen bis hin zu Dokumenten aus der Hitlerzeit, dort war fotografieren verboten. Das Astronautenmuseum gibt einen eindrucksvollen Überblick über die russische Raumfahrt und wenn man vorher an den Gräbern der Astronauten am Jungfrauenkloster war, so ist man doch berührt von der Traditionspflege und auch von dem Stolz auf diese Errungenschaften. Ein Bereich war dennoch verwirrend, denn dort war früher eine Ausstellung der Errungenschaften der Länder der UDSSR, so hatte dort jedes Land seinen Pavillon in dem es sich darstellte. Inmitten des Geländes ein Springbrunnen mit vielen schönen vergoldeten Skulpturen. Heute ist das ganze Gelände und auch die Pavillons zum Supermarkt verkommen. Von Hot-Dogs bis zum Mercedes kann man dort alles haben. Auch hier kann man sehen, daß die Segnungen des Westens nicht unbedingt kulturfördernd wirken. Nicht vergessen sollte man die sieben Hochhäuser die Stalin gebaut hat, eines davon kann man auch innen ansehen, das Hotel Ukraina.
Das Leben:
Man möge mir manches nachsehen, aber es bleibt immer der subjektive Rest eines Ereignisses hängen. So kann ich nur meine persönlichen Eindrücke wiedergeben und nicht repräsentativ sprechen, dennoch traue ich mir ein gewisses Urteilsvermögen zu, da dies nicht die erste Reise nach Moskau und in eine fremde Stadt war. Die Haustüren der Wohhäuser waren wohl unvergleichlich zu deutschen Verhältnissen, denn das äußerliche Bild, auch bei relativ neuen Häusern, machte einen sehr schlechten Eindruck so als habe man sie provisorisch als Bautüre angebracht. Ging man weiter so sah man überall Vandalismus. Zerschlagene Briefkästen, kaputte Fliesen, verschmierte Aufzüge. Doch kommt man in eine Wohnung so strahlt diese trotz aller Enge Atmosphäre aus. Man gibt sich Mühe mit den knappen Mitteln aus dem Wohnraum etwas zu machen. Aber wenn man bedenkt, daß trotz der Enge kein Keller vorhanden ist, so kommt es zu skurrilen Erscheinungen. Da hängen Fahrräder im Flur angekettet, auf dem Balkon lagern die Autoreifen, auf dem Wohnzimmerschrank die Autoersatzteile. Man darf das nicht eng sehen, denn der Mensch behilft sich. Das ist dann vordergründig der erste Eindruck, da aber die allermeísten so leben, darf man sich nicht darüber aufregen, weil es bei uns einfach ganz anders ist. Ich denke immer es wäre ja schlimm wenn man überall die gleiche Lebensart vorfindet. Doch ist man in der Wohnung so spürt man sofort die Gastfreundschaft die unvergleichlich ist. Für den Gast wird alles getan und gerichtet, das beste was die Küche zu bieten hat ist gerade noch gut genug. Natürlich bekommt der Gast auch ein Präsent der Gastgeber. Es ist einem schon manchmal ganz peinlich, da man ja meist auch mit leeren Händen gekommen ist. Dabei spielt Zeit keine Rolle, man hat für Freunde und Besuch Zeit. Manchmal ist es so, wenn man eine Uhrzeit ausmacht, so gilt diese als Richtpunkt und nicht als Treffpunkt. Einmal sagte meine Dolmetscherin Ludmilla, wenn Du Dich mit einer russischen Frau verabredet hast, so kommt sie mindestens eine halbe Stunde später, sie will ja nicht warten. Viele werden natürlich fragen wie das mit dem Wodka ist, trinkt man da wirklich soviel? Nun es ist unterschiedlich, mal habe ich im Lokal einen gesehen, der sich eine Flache Mineralwasser und eine Flasche Wodka bestellt und den Wodka ausgetrunken hat. Aber in den Familien gab es Tee, oder schon mal einen Schluck Sekt. Wobei dazugesagt werden muß, daß der Wodka und Zigaretten nicht teuer sind. Aber davon kann man nicht leben. Sicher sieht man in den U-Bahn Eingangsbereichen total betrunkene Menschen, aber das ist wie überall in der Welt. Beim Autofahren jedenfalls trinkt nach meinem Kenntnisstand keiner, da die Strafen drakonisch sind. Zwischenzeitlich kann man alles kaufen, vorzüglich Westprodukte die natürlich teurer sind als bei uns, aber bei einem durchschnittlichen Einkommen von 100 bis 200 DM ist das Leben dort kaum mehr erschwinglich. In einem für uns normalen Restaurant zahlt man Für ein durchschnittliches Essen ab 30 DM in besseren Lokalen 150 DM und mehr. So ist es kein Wunder, daß jeder sich irgend etwas dazu verdienen will, sei es als Taxifahrer oder der Handel mit Handarbeit, oder der Kleinhandel und natürlich auch Prostitution.
Der verhinderte Prominente, oder der Aufzug:
Eines Abends dachte ich, schau doch einmal im Hotel herum, was so los ist, und fuhr mit dem Aufzug in die Hotelhalle. Da sah ich, daß gerade Geleise für einen Kamerawagen aufgebaut wurden, Scheinwerfer aufgestellt, verschiedene Bereiche mit Tüchern verhüllt wurden, Blumen gebracht wurden, einfach eine hektische Betriebsamkeit.
So dachte ich mir, da kommt Prominenz, also nichts wie in den 27 Stock und die Viedeokammera holen, man darf ja nichts verpassen. Doch die Aufzüge ließen auf sich warten, da von drei nur einer in Betrieb war. Als ich dann nach einiger Wartezeit endlich wieder in der Halle war ( ich dachte ich komme zu spät), da waren alle fleißig am diskutieren und die Scheinwerfer wurden hin und her geschoben, Tücher abgehängt, umgehängt, die Blumen verrückt. Nun dachte ich mir, es war schon etwa 22:00 Uhr nun geht es gleich los. Nähere Auskunft war auch nicht zu bekommen um was es ging, den keiner konnte Englisch oder Deutsch. Doch plötzlich winkte mir einer, erzählte mir auf russisch alles mögliche, das ich nicht verstand, doch soviel begriff ich, daß ich ihm folgen sollte. Nun das tat ich und wir fuhren mit dem Aufzug in den 29 Stock. Was für mich schon ein Ereignis war, denn das hatte ich schon mal versucht und bin verjagt worden. Einer sagte ab dem 28. Stock ist der KGB. Diese Etage war nur für Personal und er telefonierte mehrmals, wohl um zu sagen, daß er unberechtigteweise Besuch eines Ausländer habe. Die Telefondebatten hörten sich zeitweise nicht ganz so gut an. Aber ich verstand ja nichts und sah der Entwicklung gelassen entgegen. Er zeigte zuerst auf sein Schild, das er an seinem Anzug trug, er war "Chief of Elevator" also der Chef aller Aufzüge, von denen es 9 gab mit unterschiedlicher Funktion und Höhe, die sie fuhren. Wir gingen in den Schaltraum für die Aufzuge. Er griff in die Technik und ließ einen Aufzug einfach hin und her fahren. Ich dachte an mich, wenn ich so vor dem Aufzug warte, und er kommt nicht. Dann machten wir einen Rundgang und man konnte Moskau bei Nacht aus dieser herrlichen Perspektive sehen, und zwar in allen Himmelsrichtungen. Es war beeindruckend aus diesem Prachtbau aus der Stalinzeit gegenüber auf das Weiße Haus zu blicken, die Moskwa mit ihren beleuchteten Schiffen, in der Ferne den Kreml, die breiten Straßen auf denen noch erheblich Verkehr war, einfach schön.
Doch er zeigte mir noch Möbel die zur Restaurierung heranstanden und schließlich sein Büro, auf das er sehr stolz war. Dieses war mit herrlichen alten Möbeln ausgestattet und er versuchte mir klar zu machen, daß er 24 Stunden für die Aufzüge da zu sein habe und sehr christlich sei. Ich wiederum versuchte ihm zu erklären, daß es Unsinn ist, wenn das Personal mit dem einen Aufzug, der noch in Betrieb ist, Distanzen von einem Stockwerk zum nächsten fährt und ich dann um nicht 20 bis 30 Minuten zu warten vom 27. Stock zum Frühstück im Erdgeschoß zu kommen oder den Personalaufzug benutzen muß.
Aber gegen die Mentalität und nicht vorhandenem Management ist halt kein Kraut gewachsen. Zum Abschied schenkte er mir ein Buch der heiligen Geschichte, allerdings in russisch, vielleicht werde ich mal üben etwas zu lesen. Ich habe nie erfahren, was sich in der Halle abgespielt hat, denn am nächsten Morgen war der Spuk vorbei, denn nach dem ich mit Mühen und dem Personalaufzug die Halle erreicht hatte, war nichts mehr zu sehen.
Menschen im Hotel
Das Hotel Ukraina ist einer der 7 Türme in Moskau die Stalin im Zuckerbäckerstil bauen lies und auf den 7 Hügeln Moskaus stehen. Das Hotel ist sowohl eines der Wahrzeichen der Stadt als auch wunderschön an der Moskwa gelegen, genau gegenüber dem weißen Haus. Ein imposantes und schönes Gebäude. Auch innen war es beeindrucken durch seine hohen Säle und Räume, großzügige Flure und Hallen. Da wäre natürlich außer dem Frühstück schon noch etwas über das Hotel, oder auch den Hotelbetrieb zu sagen. Zuerst habe ich im 9. Stock gewohnt, da aber im Nachbarzimmer regelmäßig bis in die Morgenstunden gefeiert wurde bekam ich nachdem Ludmilla für mich gedolmetscht hatte ein Zimmer im 26.Stock und hatte da meine Ruhe. Aber nun doch einige Ereignisse, die nun nicht das beste Licht auf das Hotel werfen. Kaum war ich im Zimmer schon klingelte das Telefon und eine liebe Stimme sagte "russian Girl ?" und auf die Frage “wieviel?” erhielt ich die Antwort, die wohl alle in Rußland auswendig können, egal was man will - Taxi fahren - Essen - und so auch dieses - 100 $ US. In einem Land mit einer ehemaligen Einheitspartei gibt es eben auch Einheitspreise. So ganz nebenbei 1993 war der Preis für eine Fahrt vom Flughafen in die Stadt bei 100 $ gelegen 1988 sind das schon 300 US $ und das für 50 km.
Aber man war auch in gewisser Weise Einzelkämpfer, denn man mußte immer auf der Lauer sein wann die Putzmädchen gerade anstatt zu putzen vor dem Fernseher in irgendeinem Zimmer saßen. Dann konnte man sich wieder eine Rolle Klopapier und Schampo organisieren. Denn im Zimmer wurde keine 2. Rolle geparkt, so wie das auch mit dem Shampoo war, das genau für zwei Tage reichte, aber dann wurde nichts mehr ins Zimmer getan. Erst nach massiven Protesten an der Rezeption wurde manchmal Abhilfe geschaffen, daher das Indianderhafte Verhalten. Personell waren die Etagen gut ausgestattet, ich denke mehr als drei Zimmer hatte keine der Mädchen, aber nachdem mir Erdnüsse auf den Teppich gefallen waren konnte ich sehen, daß erst nach einer Woche mal der Teppich gesaugt wurde. Da die Badewanne sowieso voller Flecken war konnte man hier nicht feststellen wann mal geputzt wurde. Denn Fernsehen ist ja auch viel schöner. Oder eine andere Geschichte, man gibt bei der Ankunft seinen Paß an der Rezeption ab, aber wenn man in der Stadt Geld tauschen will so benötigt man einen Paß. Aber auf die Frage an der Rezeption nach meinem Paß war erst mal die Frage, warum ich meinen Paß haben will. Auf die Erklärung hin, daß ich in der Stadt Geld tauschen möchte, das könne ich auch im Hotel, dennoch wolle ich die in der Stadt tun, da dort der Kurs besser als im Hotel wäre, bekam ich zur Antwort dafür brauche ich keinen Paß. Erst bei einer der Vorgesetzten bekam ich gegen Unterschrift meinen Paß ausgehändigt. Im Hotel ging das schon wenn die an der Tauschstelle Lust hatten, aber mal konnte man nur $ in Rubel tauschen oder das Geld war alle usw. fast halt so wie beim Frühstück. Von den 3 Aufzügen, die in den 26. Stock gingen waren meist nur einer in Betrieb von der aber von den Putzfrauen blockiert waren die vom 11. in den 12. Stock wollten. Wenn man die 26 Stockwerke nicht laufen wollte tat man gut daran mit einem der 3 Personalaufzüge zu fahren, den die waren immer frei.
Oder der Barbesuch
In der Lobby war eine kleine Lobbybar, die manchmal den Eindruck einer Spelunke machte, aber mit Abstand die Billigste Bar war, denn mit der Stockwerksnummer erhöhten sich auch die Getränkepreise in den Bars. Nun eines Abends kam ich nach Hause und wollte noch ein Bierchen trinken und setzte mich an die Lobby-Bar. Hinter der Bar waren 5 Bedienungen und ich der einzige Gast am Tresen, an Tischen saßen noch 4 Bedienungen und 4 Gäste. Aber keiner nahm Notiz von mir. Die eine übertrug aus irgendwelchen Büchern Zahlen in andere, das scheint ein Volkssport zu sein allen 5 mal aufzuschreiben, zwei schauten in den erhöht angebrachten Fernseher, eine putze gelangweilt Gläser und eine unterhielt sich sehr dauerhaft mit einem Gast, ergo ich war zuviel. Nachdem ich einigemale geklopft hatte bequemte sich die eine Fernsehtante und fragte mich was ich möchte, ich sagte ein Bier, sie öffnete eine Flasche und knallte sie mir auf den Tresen und verlangte - ich glaube 4 DM, natürlich in Rubel -. Auf meine Bitte hin doch ein Glas zu bekommen erfüllte sie auch diesen Wunsch widerwillig aber dennoch. Aber die Frage nach dem Aschenbecher wurde dann ignoriert, daraufhin ging ich an den Tisch mit den Bedienungen und nahm mir deren Aschenbecher und trug ihn zum Tresen, was aber keinerlei Folgen zeigte, die Bedienungen warfen einfach ihre Asche und Kippen auf den Boden. So einfach ist die Welt.
Auch hier fand man natürlich leichte Mädchen. Wie auch in den anderen Bars im Hotel. Jedenfalls habe ich da meinen teuersten CAMPARI meines Lebens getrunken. Es ist meine Art, wenn ich auf Reisen bin, Abends vor dem schlafen gehen einen Campari zu trinken, was ich auch in Moskau tat und dann beim bezahlen kam die große Erleuchtung, umgerechnet 34 DM durfte ich hinlegen, auf meine Bitte hin doch die Getränkekarte zu bekommen gab es plötzlich keine Karte mehr. Also habe ich bezahlt.
Noch einige Nachdenklichkeiten
3.10.92 und Anderes
Bei den diversen Aufenthalten habe ich natürlich unterschiedlich gewohnt. Im Oktober 1992 wohnten wir (SPD-Reisegruppe) in einem Hotel außerhalb in einer Plattenbausiedlung, nahe des Fernsehsenders. Hier verfolgten uns dramatische Tage in denen niemand wußte wie es wohl weitergehen wird. Wir sahen am 3. Oktober, vom Platz vor der Universität am Moskwa-Ufer, Rauch aus dem weißen Haus aufsteigen, aber erst durch Anrufe Zuhause erfuhren wir was los war, denn auch unsere Dolmetscher waren überfragt, lediglich wir konnten nicht in den Innenstadtbereich, denn da wurde uns erklärt wird geschossen. Da das Fernsehen nur in russisch zu sehen war, konnten wir auch da nicht viel Information mitnehmen. Es war eine prikelnde Situation und so haben wir die Bereiche um das Zentrum gesehen, was durchaus schön und interessant war. Zum Ende der Reise haben wir es dann doch geschafft den roten Platz und auch den Kreml zu sehen. Leider da war es nicht möglich Lenin zu sehen, was mir dann erst ein Jahr später gelang. Denn damals war die Debatte heftig ob man das Mausoleum nicht abreisen sollte und Lenin an der Kremlmauer beerdigen wie auch Stalin.
Ein anderes Mal habe ich bei Ludmilla gewohnt, also in einer Plattenbausiedlung, die etwa die Größe von Augsburg hat. Man hat Wohnraum für 250.000 Menschen dort aus dem Boden gestampft. Allerdings auch für die kommunalen Einrichtungen genügend Raum geschaffen. Schulen mit Aulas wie in Gymnasien, Kindergärten mit Schwimmbädern.
Auch hier war ich in einer Schule und durfte mit den Kindern reden. Und weil ich das tat wurde ich von den Kindern reich beschenkt. Einer opferte seinen Kugelschreiber der amerikanischen Flagge gestaltet war. Ich durfte nicht ablehnen, so gerne ich das getan hätte.
Frauen und Rußland oder die russische Frau
Die Frau das unbekannte Wesen wurde immer wieder in der Presse dargestellt und versucht Klarheit in diesen Mythos zu bringen. Dies Steigerung aller Dinge ist die russische Frau. Sie ist nicht nur ein unbekanntes Wesen, nein auch noch mit einer "russischen" Seele behaftet. Dies bringt den Menschen in Erkärungsnöte und man fragt sich wie gehe ich mit dem Problem um. Nun einige Erinnerungen an "die" russische Frau. Da wäre erstmal Galina gewesen, mit der ich lange Gespräche im Park hatte und dennoch viel gelernt habe, aber auch sie konnte mir die Seele der russischen Frau nicht erklären - oder ich konnte und möglicherweise wollte dies auch nicht begreifen. Galina hat mich sehr beeindruckt und ich war auch einmal bei Ihr eingeladen und habe ihre Familie kennengelernt, die war doch beeindruckend. Sie ist ja immer täglich im kalten Wasser geschwommen (Winter wie Sommer) und als ich Ihrem Mann sagte, daß mich unter 28° C niemand ins Wasser kriegt hatte ich einen Freund mehr. Ludmilla war meine Dolmetscherin und hat sich sehr um mein Wohlergehen bemüht, wie auch Galina. Sie hatte immer Programmmäßig etwas vor und wollte mich natürlich auch ein wenig verkuppeln. Doch die Frauen, die sie mir vorstellte, die waren alle meist etwas füllig, halt so ne rechte Mamutschka. Aber ich konnte mich nicht so besonders erwärmen für deren Äußeres und auch Gehabe erwärmen. Man machte mit einer dann doch am nächsten Tag etwas aus, daß man das Astronautenmuseum besichtigen wollte. Dort angekommen waren wir die einzigen, die da waren. Ludmilla meinte, daß man auf eine russische Frau grundsätzlich warten muß, da eine Frau nie wartet, wenigstens eine halbe Stunde. Nun nach einer Dreiviertelstunde war sie nicht da, da habe ich gesagt - das ist genug und habe dann das Museum angeschaut und wir haben dann unser Besichtigungsprogramm ohne die Madame fortgesetzt. Dabei wurde mir aber wiederum klar gemacht, daß dies wohl doch ein Fehler war und man länger warten hätte sollen. Wie dem auch sei ich habe es überlebt. Dabei kann ich nun aus langer Reiseerfahrung sagen, daß Frauen und Männer, die Deutsch gelernt haben (Ludmilla - Galina) äußerst pünktlich waren - also keine russischen Tendenzen zeigten.
Nun wissen wir es.
Aber damit nicht genug, ich lernte auch Katharina kennen, die doch recht attraktiv war und ein akzentfreies Deutsch sprach. Nebenbei erklärte sie mir, daß sie auch Französisch, Englisch und Spanisch könne. Das hat mich schon beeindruckt und auch sie habe ich eingeladen. Dabei war eigentlich das Ganze Unternehmen ganz schön und hat mich fasziniert wie ich mit ihr auf dem Fernsehturm in Moskau gegessen habe. Man frage nicht was es gekostet hat und nicht zu vergessen, es war wie in einem Hochsicherheitstrakt. Paß abgeben, Essen vorher bezahlen, körperliche Überprüfung auf Metall und Waffen. Am Flughafen wird weniger kontrolliert. Aber das Essen war wenig dafür aber das Gespräch um so interessanter. Wir haben uns dann noch mal getroffen aber auch dazu gäbe es das eine oder andere zu sagen - soviel, es fand am ehemaligen Olympiadorf statt.
Wie sie kam und ich habe das Ihr gesagt, daß sie keine Show vorgeführt bekommt sondern halt den ganz normalen Wahnsinn. Es war Kommunalwahlkampf und ich habe sie einfach mitgeschleppt, das fand sie ganz toll, aber erst hinterher. Die Frage nachdem sie mit ihrem Sohn Iwan angekommen war, die mich total verwirrt hatte war die "wo sind die Kiwis". Ich wußte noch nicht mal wie die schmecken, aber sie sagte am Samstag Abend wenn Du keine hast besorge doch welche. Auch dies tat ich nicht und schon wurde unser Zusammenleben etwas schwierig. Sie schlief bei Ihrem Sohn, nun was sollte ich tun. Auf der einen Seite hatten wir keine Kommunikationsprobleme, auf der anderen war es natürlich nicht schön, daß sie sich isolierte. Und in der Stadt konnte ich feststellen wie gut es ist wenn man raucht, denn wenn man sich vor einer Butik eine Zigarette anzündet braucht man nicht hinein und man muß die tolle Jacke nicht anschauen und ....
Ich hatte so das Gefühl, daß ich die Ansprüche die hinter Katharina stehen nie und nimmer erfüllen könnte, denn Sie war sehr bestimmt und äußerte was sie gerne wollte, aber das war dann meist doch das teuerste vom teueren. Nun zwischenzeitlich ist doch eine Menge passiert oder auch nicht. Ich war in Akcay in der Türkei zur gleichen Zeit wie sie in Antalya - und wir wollten uns treffen, aber das war doch etwas schwierig, da das zum einen eine halbe Weltreise mit dem Bus gewesen wäre (24 Stunden) und zum anderen hatte sich mein Schultergelenk entzündet und das war so schmerzhaft, daß ich jede Erschütterung und Bewegung unterließ. Dennoch haben wir uns wiedergesehen im Dezember 97 war sie in Freudenstadt und ich habe sie besucht. Sie war bei Freunden mit Iwan und wir hatten einen schönen Nachmittag und kamen uns eigentlich wieder ein bißchen näher. Seit dem ist der telefonische Kontakt und auch per Fax wieder etwas intensiver.
Im Sommer 98 will sie vorbeikommen und bei mir wohnen. Na mal schauen was daraus wird.
Mit Tanja, die gerade Franz Dürrwanger geheiratet hat ist doch die eine oder andere Erinnerung verbunden, denn sie war zur gleichen Zeit wie auch ich in Moskau. Da ich mich mit der kyrillischen Schrift und auch sonst mit der Sprache als solche doch ziemlich schwer tat, bat ich Tanja mich doch im Hotel abzuholen, damit ich mich nicht verlaufe. Das war auch mit Ludmilla und Galina so. Doch Tanja hat mich dann zu Ihrer Familie gebracht, zu Ihrer Mutter, Bruder, Schwester und ich wurde überall mit einer überwältigenden Gastfreundschaft aufgenommen. Auf dem Arbat sind wir mehrfach spazieren gegangen und haben dort Kaffee getrunken. Es war einfach schön.
So darf man von 92 - 98 Erlebnisse betrachten.
Dazu noch ein Feed-Back
Hallo Herr Thurnwald,
viele Dinge, die ich aus Ihrem Reisebericht hatte, habe ich in Moskau wieder gefunden.
Aber so wie es aussieht habe ich ein besseres Hotel gehabt. Eine freundliche Etagen " Dame " gab es bei mir nicht. Ich war im Best Western "Art" Hotel, das von einem Deutschtürken betrieben wurde. Es hatte einen sehr deutschen Standard und ich war froh darüber. Denn mein erster Eindruck beim Landeanflug über Moskau versprach nichts Gutes und die organisierte Fahrt vom Airport zum Hotel sah auch eher trüb und grau, wie das Wetter aus. Um so angenehmer war das Hotel, so dass ich mich zuerst einmal sehr behütet vorkam und die Eingewöhnungsphase erleichterte.
Trotzdem konnte ich es nicht erwarten mich in "meiner" Umgebung einmal umzusehen und ich fühlte mich in die Zeit zurückversetzt, die ich bereits nach der Wende in Ostberlin, Dresden und Leipzig erlebt habe. Alles groß, größer und am größten, selbst in dem Viertel in dem ich war. Mein um den Block gehen war gleich ein Marsch von 1 Std. und ich kam mir dabei auf einmal sehr klein vor. Zumal ich nichts aber auch rein gar nichts lesen konnte.
Die tage auf der Arbeit wurden mir durch eine Dolmetscherin erleichtert, die ich dann auch begann ständig auszufragen. Sie gab mir bereitwillig Auskunft, so dass ich es wagte am dritten Tage auf Erkundungstour zu gehen. Ausgestattet mit mehreren Stadtplänen begann ich meinen Wanderabend Richtung Innenstadt. Nach 2 Std. gab ich die Hoffnung auf, auch nur annähernd am Rande der Innenstadt zu sein. So mußte ich wohl oder übel mit der Metro zurück fahren, was nicht so einfach ist. Dennoch, mit Mut zur Lücke, machte ich mich auf dem Weg in die Station Dinamo um dann festzustellen, das ich nur eine Station zurückfahren mußte. Wie groß muss Moskau sein, wenn 2 Std. zu Fuß gleich 1 Metrostation ist??
Nach überwinden der kleinen Hindernissen, die einen für eine Fahrt mit der Metro bescheren (Ticketkauf, welche Richtung und wo aussteigen) habe ich es geschafft und war wieder glücklich im Hotel angekommen und habe mir für den nächsten Abend fest vorgenommen bis in die Innenstadt zu fahren.
Der Rundgang an diesem Abend war einfach überwältigend. Noch nie in meinem Leben war ich so Sprachlos, wie an diesem Abend und es sollte noch schöner/schlimmer kommen.
Am ersten Wochenende wurde ich dann herumgeführt. Am Arbat fand ich mich wie im Urlaub wieder, wenn man eine Touristenstraße besucht. Dann Richtung roter Platz, Gum, das Kaufhaus unter der Erde, Wachablösung, KGB - Gebäude, Spielzeugkaufhaus, die vielen Theaterhäuser, Kirchen und und und haben mich an diesem Tage sprachlos gemacht. Ich war einfach überwältigt und konnte auch keine Vergleiche mehr ziehen, was ich bis dahin erlebt habe. ich war einfach platt. Soviel Gigantismus habe ich nicht erwartet und jemals erlebt.
Selbst der Besuch in einem Ukrainischen Restaurant war halt anders als man es erwarten konnte. In Mitten des Restaurants befand sich ein kleiner Bauernhof mit lebenden, wirklich lebenden Tieren. Hühner, Gänse und eine riesige Kuh. Das Pferd, so erzählte mir mein Gastgeber, das in der Vorwoche noch da war wurde gegen ein paar Ziegen ausgetauscht. Die Mamuschka, die ebenfalls dazu gehörte, sorgte für ein sehr schönes Gesamtbild. Es bleibt noch zu erwähnen, das sich dies alles in der 2 Etage abspielte.
Der abschließende Besuch in einer Nachtbar krönte das Gesamtbild meines Aufenthaltes ab. Ich hatte schon viel gelesen über das Nachtleben in Moskau aber das hier war für mich doch auch etwas neu. Ca. 80% der Besucher waren weiblich und ich kam mir vor wie auf dem Präsentierteller. So ähnlich müssen sich die Frauen in einer deutschen Disco fühlen, wenn rund 100 Augenpaare eine Person verfolgen. Seltsames Gefühl. Mein Begleiter meinte nur lapidar, das ist hier eben so.
Die 2te Woche genoß ich das Leben in Moskau. Ich habe viel gearbeitet und viel erlebt. Es war eine tolle Dienstreise und freue mich schon auf eine Wiederholung.
Zum Thema Sicherheit gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe mich niemals bedroht oder negativ gefühlt. Zumindest nicht mehr oder weniger als in jeder anderen Stadt in Deutschland.
Das einzige was für mich seltsam war, war die Info, die ich aus dem Netz hatte, bezüglich des Bezahlen's. Es wurde immer von Dollar geredet, nur leider konnte ich nie in Dollar bezahlen. Zumindest nicht offiziell. Dollar wird zwar auch von den Russen als Wertgröße genutzt aber gezahlt wird in Rubel. Auch die Auszeichnung war oft in Dollar aber gezahlt wird in Rubel. Außerdem geht das auch in Euro. Zu meiner Zeit stand der Dollar 1 zu 31,10 und der Euro 1 zu 27,60.
So das mal zu meinen Erfahrungen, die alle positiv waren.
> Mit freundlichen Grüßen > > Bernd W. Mosig
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